
Katharina Lange, Pastorin der Bezirke Bremen und Delmenhorst-Neerstedt
Andacht
„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit
Mühe und Haschen nach Wind.“
Prediger 4,6
Haben Sie in den zurückliegenden Sommermonaten Ihre Hände in den Schoß gelegt und einfach mal nichts getan? Oder hatten Sie alle Hände voll zu tun? Es gibt ja immer etwas zu erledigen! Beides tut uns auf Dauer nicht gut weder das Nichtstun noch eine permanente Betriebsamkeit. Das weiß auch der Prediger, der beobachtet, wie Menschen um ihn herum aus Neid und Konkurrenz heraus immer mehr arbeiten. Sie mühen sich ab, aber erreichen wenig. Sie „haschen nach Wind“. Andere wiederum tun nichts, sie packen nirgendwo mit an und verzehren dabei sich selbst.
(Prediger 4,4+5) Beides hält der Prediger für falsche Lebenshaltungen. Deswegen rät er uns im Monatsspruch für September: „Besser eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“ (Prediger 4,6) Wie weise und wie passend für unsere heutige Zeit, in der wir manchmal so rastlos und getrieben sind oder so super achtsam und selbstbezogen. Es geht darum, das richtige Maß zu finden in all unserem Tun.
Eine Hand voll Ruhe wünsche ich uns, wenn jetzt im Herbst der Gemeindekalender wieder voll ist und durch besondere Veranstaltungen in den Gemeinden viel Geschäftigkeit herrscht. Lasst uns das rechte Maß finden. Lasst uns innehalten, dass wir gefüllt werden mit der Ruhe, die nur Christus schenkt. Er sagt doch: „Kommt her zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht … Ich will euch Ruhe schenken.“ Matthäus 11,28


