Bei uns sollen sich alle wohlfühlen

Ein Interview über Gastfreundschaft mit Alice Sagwitz:

Hallo Alice, ihr feiert ja oft und mit vielen Gästen, Kannst du dich erinnern, welches bisher die größte Gesellschaft war, die ihr in eurem Haus empfangen und bewirtet habt?

Da fällt mir der sechzigste Geburtstag ein, da haben wir mit 60 Personen im Haus gefeiert. Beim Grünkohlessen mit Jungsenioren sind wir meist so zwischen 40 und 60 Leute. Und als wir unsere Silberhochzeit nachgefeiert haben, da waren wir in Haus und Garten sogar 90 Personen.

Oh, wie kriegst du das bloß immer hin? Hast du ein paar Tricks für uns, damit nicht alles schief geht?

Also alles hängt mit der Vorbereitung zusammen. Im Kopf überlegt man das ja schon Wochen vorher und organisiert dann in den Tagen vorher den Einkauf und das Backen und Kochen der Speisen soweit wie möglich, so dass, das Meiste im Grunde schon fertig ist. Manchmal hole ich mir auch Hilfe dazu. Stressig wird es dann immer nochmal zwischendurch, aber das macht ja auch nichts. Man muss sich auch nicht damit verrückt machen, dass alles immer perfekt sein muss. Hauptsache, es ist gemütlich und alle fühlen sich wohl.

Inzwischen kenne ich ja einige deiner Koch- und Backkünste. Hast du das eigentlich mal beruflich gemacht oder Köchin gelernt?

Neee, es war ja so, dass ich die Jüngste von 12 Geschwistern war und nach der Schulzeit zu Haus blieb, weil meine Mutter erkrankt war. Da habe ich dann den Haushalt übernommen und was an Landwirtschaft anfiel. Dabei habe ich dann drei Jahre gelernt, wie das geht. Und das war Gottes Fügung, denn sonst hätte ich ja gar nicht einen Mann heiraten können, der schon drei Kinder hat. Andererseits habe ich das Organisieren und Kochen wohl auch als eine Gabe von Gott bekommen. Ich kann das einfach ganz gut.

Aber man kann ja bei euch auch einfach so vorbeikommen?

Oh ja, natürlich. Bei uns ist immer Zeit für eine Tasse Tee und ein Gespräch. Wir wollen ja ein offenes Haus führen, in dem man willkommen ist. Ich kannte das schon von meinen Eltern so. Da war immer jemand da, oft auch die Pastoren, die in unserer Gemeinde einen Dienst hatten. Einer von denen hat meinen Vater sogar noch mit 60 Jahren dazu gekriegt, für mehrere Familienfreizeiten zu kochen, obwohl er das ja auch nicht gelernt hatte. Ich bin auch dankbar für dieses Vorbild. Uns geht es immer darum, dass alle gerne kommen, dass man Zeit hat für einander und offen reden kann und alle sich wohlfühlen.

Alice, man merkt, dass dir das wirklich ein Anliegen ist. Du kochst ja auch oft bei verschiedenen Anlässen in der Gemeinde. Meinst du Kochen und Essen könnte auch hier diese Aufgabe erfüllen?

Oh, bestimmt. Ich finde es wichtig, dass wir eine Gemeinde sind, die oft zum Essen einlädt und dass wir durch Essen auch Gemeinschaft haben. Wir sollen doch auch mit Essen und Trinken, mit unserer Gastfreundschaft eben, zeigen, wie Gott uns liebt.

Alice, manche deiner Rezepte sind legendär. Was für eins würdest du uns verraten, mit dem auch wir bei Einladungen glänzen könnten?

Da fallen mir als erstes die Nordseewellen ein… (Original rechts)

*** Ende des Artikels im Gemeindebrief ***

Versuch einer Abschrift ins “Reine” (von KlausM) – ohne Gewähr:

26er Form 28 er Form
4 Eigelb 5 Eigelb
3 El. Wasser 4 El. Wasser
105 g Zucker 130 g Zucker
1 Vanillezucker 1 Vanillezucker
5 Min. schlagen 5 Min. schlagen
———- ———-
105 g Mehl  130 g Mehl
1 Tl. Backpulver  1 geh. Tl Backpulver
2 Eischnee  2 Eischnee
 nacheinander unterrühren   nacheinander unterrühren

Baiser
2 Eischnee mit gut 4 El. Zucker und 1 Packung Vanillezucker schlagen.
Löffelweise Häufchen setzen, darauf gehobelte Mandeln.

Füllung
1/4 Liter Sahne
60 g Zucker
1 Vanillezucker
1 – 2 Dosen Mandarinen

Ca. 30 Minuten bei 160 – 180 Grad backen.