Andacht

„Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.“
1. Korinther 7,23

Können Sie noch alle Ihre Geschenke zum vergangenen Weihnachtfest aufzählen? Und wissen Sie noch ungefähr, wie viel Sie in Geschenke, Baum usw. investiert haben? Jetzt, wo ich diesen Text schreibe, liegt Weihnachten gerade mal vier Wochen zurück. Und schon scheint es lange vorbei zu sein und man erinnert sich gar nicht mehr an die Einzelheiten.

Wofür setzen Sie sich ein? Und vor allem, wobei lohnt sich die Mühe? Viele Vereine usw. klagen, dass sie kaum Nachfolger gewinnen können. Menschen sind heute vorsichtiger mit ihrem Engagement geworden – auch weil sie enttäuscht waren, sich ausgenutzt fühlten oder den Eindruck gewinnen, dass ihr Einsatz nichts bewirkt habe.

In der Passionszeit vergegenwärtigen wir uns, welches Opfer Jesus für uns gebracht hat, um uns zu retten. Wie er sein ganzes Leben einsetzte, um uns Erlösung zu verschaffen. Er riskierte alles für uns, damit Versöhnung zwischen Gott und Mensch wahr wird. Und nur auf dieser Grundlage können wir als Christen frei und offen mit Gott leben und unsere Existenz durch den Heiligen Geist entfalten.

Wer neu beginnt, ist von dieser bedingungslosen Liebe Jesu sehr beeindruckt. Aber im Laufe der Zeit vergisst man schon mal den hohen Preis, den Jesus für uns gezahlt hat. Unbegreiflicherweise gewöhnen wir uns manchmal an diesen Gedanken. Und dann schleichen sich Nachlässigkeit, Lustlosigkeit oder neue Abhängigkeiten bei uns ein. Gleich zweimal warnt Paulus davor, dass Geschenk Jesu an uns auch nur minimal zu gering zu schätzen. Jesus hat das Äußerste gegeben, um uns zu befreien und immer wieder lassen wir uns stattdessen versklaven.

Unsere Sklaventreiber sind vielleicht Erfolg, Sucht und Verdrängung oder sie heißen Angst, Anpassung, Konsum oder Bestätigung.

Für diese Antreiber sind wir bereit, erstaunlich viel zu investieren. Und Jesus? Er muss oft lange warten, bis wir einsehen, wie stark wir uns haben fesseln lassen. Es ist Gottes unbeschreibliche Gnade, dass wir auch dann zu einem vergebenden, befreienden Jesus zurückkehren dürfen und wieder die Freude durch Ihn erfahren. Machen wir Jesus die Freude, unkonventionelle Originale zu werden, die mutig, frei und außergewöhnlich aus der Versöhnung mit Gott leben.

Möge die Passionszeit uns das Geschenk Jesu wieder kostbar machen. Denn Er will unsere Fesseln gerne lösen. Es grüßt Sie herzlich

Pastorin Ruthild Steinert